Verankerung des Prinzips Baukultur und BauherrInnenverantwortung

Gender Mainstreaming

Sabine Pollak
Gender Mainstreaming bezeichnet eine politische Strategie zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in allen Entwicklungen und Umsetzungen von Konzepten, Projekten und Prozessen. Gender Planning umfasst all jene Entscheidungsprozesse wie Projektentwicklung, Beauftragung, Planung, Benutzung und Evaluierung von Architektur. Das Implementieren von Gender Mainstreaming in den Bereichen Politik und Verwaltung, Berufsvertretungen und Forschung/ Lehre hat die Schaffung von Gender-Kompetenz in allen Bereichen sowie die Herstellung von gendergerechter Architektur zum Ziel.1


Handlungsebenen und Maßnahmen

Politik und Verwaltung

  • Aufbauen von Gender-Kompetenz in allen Verwaltungseinheiten, die mit der Entwicklung und Produktion von Architektur durch Schulungen befasst sind, externe ExpertInnen und entsprechende Besetzung von Posten,
  • gesetzliches Verankern von Gender Mainstreaming als Grundsatz von Raumplanung, Stadtentwicklung und Projektentwicklung,
  • Ausarbeiten von österreichweiten, allgemein gültigen Gender-Qualitätskriterien für Projekte ab einer bestimmten Größe,
  • Bindung von Förderungen an Qualitätskriterien,
  • Förderung von gendergerecht entwickelten Vorzeigeprojekten auf Stadt-, Gemeinde- und Landesebene

 
Berufsvertretungen

  • Paritätische Besetzung aller Gremien wie Projektentwicklungsgruppen, Jurys, Gestaltungs- und Grundstücksbeiräten etc.sowie Beiziehen von Gender ExpertInnen,
  • Austausch mit jenen Ländern, wo Gender-Qualitätskriterien in Architekturentwicklung und -produktion bereits verankert sind (z.B. Schweiz oder Deutschland).


Forschung/Lehre

  • Verankern von Gender Mainstreaming-Strategien in der Ausbildung aller Architekturschulen,

  • Forschungsförderung zum Thema Gender und Planung,

  • Überprüfung aller Forschungsanträge und -förderungen im Bereich Planung auf Gender-Gerechtigkeit.


Fußnote

  1. Siehe auch Knoll/Szalai, Hnilica, Pollak, Witthöft: Architektur neutral? Architektur & Bauforum 01, Wien 2006.