Bildung und Ausbildung

In der für Baukultur relevanten Ausbildungslandschaft kommt auf dem Gebiet der Architektur und des Bauingenieurwesens auch den regionalen Bildungsträgern (z.B. Fachhochschulen) Bedeutung zu. Sie sind bereits unverzichtbarer Impulsgeber einer regionalen Entwicklung geworden. Sie basieren auf einer angewandten, praxisnahen Ausbildung, die durch flexible und eher kleinteilige Strukturen charakterisiert ist. Wesentlich für das Funktionieren ist ein sich weiterentwickelndes Kooperationsnetzwerk mit der Wirtschaft, mit handwerklich hoch qualifizierten und innovationsinteressierten KMUs, mit in der Praxis stehenden LektorInnen, mit kommunalen Einrichtungen, mit Partnerinstitutionen (international und regional) sowie auch mit Architekturvermittlungs- und Bildungseinrichtungen. Die Hochschulen können und sollen auch in diesem Sinn adäquate Teile der Baukultur- und Architekturvermittlungsarbeit mit übernehmen.

In der Lehre geht es darum, während des Studiums kontinuierlich „Haltung“ zu vermitteln, die auf bekannten kulturellen Erfahrungen fußt, und diese ständig einzufordern. Das schließt die Aufgabe mit ein, inhaltlich neue, zusammenhängende Strukturen in Lehre und Forschung zu entwickeln, die es bislang nicht gab, die aber neuen, gesellschaftlich relevanten Fragestellungen entsprechen. (Nachhaltigkeit, Ökologie, Energieeffizienz, Wiedereinbeziehung des Handwerks, Soziales, Integration etc.). Diese Zielsetzungen sollen neben der Kernentwurfskompetenz (entsprechend der Architekturrichtlinie 85/384/EWG) zu den Schwerpunkten der ganzheitlichen Ausbildung gehören und zu weiteren regional differenzierten Spezialisierungen führen.


Dabei bemühen sich die Fachhochschulen, eine Zusammenarbeit zwischen Architektur und Ingenieurwissenschaften in praxisrelevanten Teilgebieten seit 2004 neu herzustellen und nach insgesamt 5-jähriger Ausbildung (3 + 2 Jahre) und den obligatorischen Praxiszeiten flexible PlanerInnen mit entsprechend im Magisterstudium vertieften Spezialisierungen (z.B. Konstruieren mit Holz, Passivhaustechnologie, Fragen der Wirtschaftlichkeit/ Lebenszyklusbereich, des Projektmanagements, der Objektentwicklung, Mitarbeit an Forschungsthemen u.a.m.) als AbsolventInnen (DI) ins Berufsleben zu entlassen.

Die nach dem Auslaufen der Diplomstudien zu erwartenden AbsolventInnenzahlen im Bereich der Architektur (FHTK und FH JOANNEUM) werden gering sein (ca. 5% gegenüber ca. 95% im universitären Bereich). Bei der Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG) in nationales Recht sind diese FH-Studien bei Vorliegen entsprechender Akkreditierungen durch den FHR zu berücksichtigen.

Baukulturförderung – Vorschlag 1
Vergabe von 4 – 5 Themen pro Jahr zu baukulturell relevanten Fragestellungen an Hochschulen, die interdisziplinär als Projekte, als Wettbewerbe etc. bearbeitet werden. Dieser Vorgang soll entsprechende finanzielle Dotation erhalten.

Baukulturförderung – Vorschlag 2
Förderung von Ausbildungs-Praktikumsplätzen mit baukulturell relevantem Inhalt.