Verankerung des Prinzips Baukultur und BauherrInnenverantwortung

BauherrInnenverantwortung und AuftraggeberInnenqualitäten

Das Thema Baukultur kann nicht allein von den ArchitektInnen und PlanerInnen bewältigt werden, sondern bedarf in entscheidender Weise des Wollens engagierter „BauherrInnen“, die bereit sind, Baukultur in ihren Projekten zu verwirklichen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen. Von diesem Willensentschluss der BauherrInnen hängt alles ab; ohne sie ist die Entwicklung von Kreativität in der Gestaltung der Bauprojekte ebenso wenig möglich wie Innovation für die Entwicklung zukünftiger Baukonzepte.

Die Politik hat die entscheidende Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Willen zur Qualität sinnvoll machen und denjenigen Chancen geben, die als BauherrInnen den Mut und die Fähigkeit haben, Baukultur zu verwirklichen. Es ist bewiesen, dass Vergabemonopole, z.B. im Bereich der Wohnbauförderung, innovationshemmend und damit kulturbremsend sind. Genau da sollte also die Politik ansetzen: freier Zugang zu allen Förderungsformen des Bauens, insbesondere des Wohnbaues, unabhängig von der Rechtsform, egal ob gemeinnützig oder nicht, und – das ist unerlässlich – objektivierbare, transparente Evaluierung der Bauvorhaben in gestalterischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht, wie das z.B. in Form der Bauträgerwettbewerbe in Wien geschieht.