Wie passiert die Beratung und Entscheidungsfindung der BürgermeisterInnen?

Der Salzburger Gestaltungsbeirat

Der Gestaltungsbeirat – seinerzeit als „Revolution“ im Architekturforum empfunden, seit 1993 gesetzlich verankert – muss sich heute im Alltag bewähren und tut dies nach über 20 Jahren konsequent und ambitioniert, letztlich unbestritten, fördert und betreibt neue Formen der Projektentwicklung mit gesamtstädtischer Sicht, in öffentlichen Sitzungen und hoher medialer Aufmerksamkeit. Seine Zusammensetzung ist nach wie vor international geprägt. Das ursprünglich südländische Element (Gino Valle, Luigi Snozzi, Adolfo Natalini, Luciano Semerani etc.), wurde in den letzten Bestellungen durch „Nordlichter“ ergänzt (Natalie de Vries, Kari Jormakka).

Der Beirat wird von BauherrInnen nur mehr in jenen Fällen als „hinderlich“ empfunden, wenn die fehlende Qualität eines Projektes eine mehrfache Vorlage zur Konsequenz hat (bzw. haben muss), oder etwa die Ausformulierung im Detail jene Qualität vermissen lässt, die der Entwurf versprochen hat. Die Möglichkeit der „Voranfrage“, um ohne großen Planungsaufwand die richtige Richtung einzuschlagen, wird gerne angenommen. Ebenso wird anerkannt, dass nicht nur auf die äußere Erscheinung, sondern auch auf
wird, und selbst das Faktum, dass gute Architektur nicht zwangsläufig teurer sein muss, sickert schön langsam ins kollektive Bewusstsein.

Die Besonderheit des Salzburger Baurechts, wonach eine aus lokalen Fachleuten zusammengesetzte Kommission über das Baugeschehen in der Altstadt wacht und ein international besetzter Gestaltungsbeirat über den Rest der Stadt, ist eine andere Geschichte. Diese beiden Gremien zusammenzuführen und das Weiterbauen der Stadt nach denselben Grundsätzen zu steuern, muss der nächste Schritt der Salzburger Architekturreform sein.