Elemente einer gesamtheitlichen Baukultur

Ökologische Nachhaltigkeit

Landschaftsplanung – eine vernachlässigte Zwischenebene?

Die derzeit vorherrschenden räumlichen Trends spiegeln den Weg einer Gesellschaft wider, die sich weitgehend am quantitativen Wirtschaftswachstum als dominierenden Leitbild orientiert. Die Politik übersetzt diesen ökonomischen Imperativ in die Kurzformel „Viel haben, heißt gut leben.“ Im Sinne der Nachhaltigkeit besteht aber die Notwendigkeit, Lebensstile zu entwickeln, die zu einer ressourcenschonenden Raumnutzung bei zumindest gleichbleibendem Lebensstandard führen.

Nachhaltige Regionalentwicklung baut auf den in Österreich bestehenden Elementen der „eigenständigen Regionalentwicklung“ auf. Sie basiert auf der Nutzung und Weiterentwicklung in der Region, den Ressourcen und Gegebenheiten, den Fähigkeiten und Kenntnissen der Menschen sowie den vorhandenen wirtschaftlichen Einrichtungen.


Ökonomisches Ziel ist eine Stärkung der Beziehungen in der Region, um die regionale Wertschöpfung zu erhöhen, Wirtschaftsbetriebe zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern. Dabei steht nicht Abschottung oder Autarkie, sondern ein sinnvolles Verhältnis zwischen überregionalem Austausch und regionalen Kreisläufen im Zentrum. Mit der Konzentration auf die eigenen Stärken ändert sich auch das Denken der Menschen. In aller Regel entsteht eine gestärkte regionale Identität, der Zusammenhalt der BewohnerInnen wächst.

Ein mitbestimmender Faktor für die Lebensqualität ist die Erreichbarkeit öffentlicher Einrichtungen. Mit deren Verteilung nach dem Prinzip der dezentralen Konzentration erfolgt eine Aufteilung der öffentlichen Einrichtungen auf mehrere, regional verankerte Schwerpunkte. Damit soll ein ausreichender Bevölkerungsanteil erreicht werden, der öffentlichen und privaten Einrichtungen eine wirtschaftlich tragfähige Basis bietet. Die Frage des Erreichens nachhaltiger Siedlungsstrukturen sollte daher nach wie vor Gegenstand der Standortfrage sein. Ausschließlich betriebswirtschaftliche Überlegungen, wie sie angesichts der Sparziele des öffentlichen Budgets vielfach angestellt werden, blenden Auswirkungen auf regionale Entwicklungsmöglichkeiten weitgehend aus.


Mit entwicklungspolitischen Maßnahmen, insbesondere durch die Vergabe von Förderungen, setzt die öffentliche Hand Anreize, um Private zu Handlungen im Sinne der beabsichtigten Bodennutzungsverteilung zu motivieren. Ebenso haben grundbezogene Steuern und Abgaben u. a. nutzungslenkende Effekte. Wesentlich bei der Gestaltung von Förderungen ist die Überprüfung ihrer Notwendigkeit, die Beherrschbarkeit, die Vereinbarkeit mit anderen Entwicklungszielen sowie die Stärkung der Hilfe zur Selbsthilfe.