Kreativwirtschaft und Dienstleistungsexport

Architektur als tragende Säule der Kreativwirtschaft
Herausragende Architektur ist das Markenzeichen einer Region, eines Landes, einer Stadt. Baukulturelle Erbstücke einerseits, wie Schönbrunn, Hallstatt, Salzburg oder Graz, sind unverzichtbar und ein riesiger Wirtschaftsfaktor. Andererseits aber locken kühne neue Entwürfe Tag für Tag BesucherInnen, Investoren, Fachleute gleichermaßen an, wie das Guggenheim-Museum in Bilbao, die Oper in Sydney, aber auch Beispiele aus der Vorarlberger Architektur, um im Lande zu bleiben. Und genau hier liegen auch die Chancen für einen „Kreativstandort“ wie Österreich. Die Architektur als Zeichen für die Modernität, Kreativität und Innovationskraft eines Landes kann sich in vielen Bereichen artikulieren:

  • Öffentliche Gebäude (Ministerien, Schulen, Universitäten...)
  • Wirtschaftsarchitektur (Firmengebäude)
  • Tourismus (Hotels und Freizeiteinrichtungen)
  • Infrastruktur (Flughäfen, Bahnhöfe, aber auch Kraftwerke etc.)
  • Wohnbau

Architektur und Wirtschaft
Beinahe die Hälfte der Unternehmen der Kreativwirtschaft gehörte im Jahr 2004 der „visuellen Kunst“ (zu der die Architektur gezählt wird) an.
Architektur ist – neben der Werbemittelgestaltung – als die Branche mit den meisten Unternehmen erfasst worden. Rund 6.400 Unternehmen und rund 15.400 unselbstständig Beschäftigte wurden im Rahmen der Erstellung des Zweiten Österreichischen Kreativwirtschaftsberichtes (2006) erhoben.
Zusätzlich sind die indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen zu erwähnen, z.B. auf den Tourismus oder im Zusammenhang mit den so genannten „weichen“ Standortfaktoren, die im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte eine immer wichtigere Rolle spielen.
Architektur ist auch Impulsgeber hinsichtlich Forschung und Entwicklung neuer Bau- und Werkstoffe, neuer Fertigungs-, Montage- und Verbindungstechnologien, neuer Energiekonzepte – Sektoren, wo Österreich eine traditionelle Stärke aufweist.

Kommende Herausforderungen

  • demografische Veränderungen (Bevölkerungsüberalterung und damit geänderte Ansprüche)
  •  Nachhaltigkeit hinsichtlich Bau und Betrieb von Gebäuden (hier nimmt Österreich eine Spitzenposition ein und kann viel Know-how und Material/Arbeit exportieren). Der Werkstoff Holz z.B., der für Österreich als Waldland zu den wertvollsten Exportartikeln gehört, eröffnet völlig neue Dimensionen hinsichtlich konstruktiver Möglichkeiten, Umweltverträglichkeit etc.
  • Neue Nutzungsformen von Gebäuden (Wandelbarkeit, Flexibilität etc.)
  • geänderte Mobilitätsbedürfnisse und -entwicklungen
  • soziale Rahmenbedingungen und Ansprüche
  • Architektur zieht Folgeaufträge für Bauindustrie, -gewerbe, -handwerk und Baustoffindustrie nach sich, ist daher ein wichtiger indirekter Wirtschaftsfaktor.

Die Chance
ÖsterreicherInnen hatten immer schon gute Ideen, haben hohe Standards im Handwerk, in der Forschung und in der Technik geschaffen. Wenn es gelingt, eine positive Vernetzung zwischen den Kreativen, der Wirtschaft, der Forschung und Politik herzustellen, könnte sich Österreich international zu Recht als „Land der Kreativität und Innovation“ profilieren.