Kreativwirtschaft und Dienstleistungsexport

Förderungen für kleine Bürostrukturen und Netzwerkbildung – Lasst die Jungen bauen, bevor sie alt sind!

Wenn man mit 17 den Führerschein macht, um dann mit 50 das erste Mal Auto zu fahren, stellt man ein gewisses Risiko für die Allgemeinheit und sich selbst dar. Übertragen auf die Architektur hieße das: Lasst die Jungen bauen, bevor sie alt sind!


Architekturförderung schafft Raum
Die Studien zur Situation in Österreich der letzten Jahre (Kulturdokumentation, 2004; Forba 2006) zeigen: Architektur ist ein Motor der Kreativwirtschaft. Treibende Kraft sind dabei in überwiegendem Ausmaß kleinere Bürostrukturen und jüngere ArchitektInnen- Teams. Dem wachsenden internationalen Ansehen der jungen österreichischen Architekturproduktion stehen jedoch schlechte Arbeitsbedingungen und unzureichende Förderinstrumente der öffentlichen Hand gegenüber.
Die Position an der Schnittstelle zwischen (Bau-)Wirtschaft und Kultur bewirkt auf Länderebene wie im Bund eine ungeklärte Zuständigkeit. Förderungen der öffentlichen Hand erfolgen in hohem Ausmaß für retrospektive und prestigeträchtige Architekturvermittlung (Ausstellungen, Symposien, Architekturhäuser etc.). Für die Verbesserung der konkreten Rahmenbedingungen der Produktion von Architektur gibt es keine Budgetlinien.
Notwendig sind Förderungsinstrumente, die auf die Kleinteiligkeit der Produktionsbedingungen aktueller Architektur abgestimmt sind. Folgende Bereiche sollten vorrangig unterstützt werden:

  1. Netzwerke. Die Unterstützung von flexiblen Organisationsstrukturen ist preiswert. Diese werden in Eigenverantwortung bedient und unterstützen Erfahrungsaustausch und Kooperation. Gutes Beispiel: die offene Mailingliste der IG Architektur.
  2. Bestehende Hindernisse für die kommenden Generationen von ArchitektInnen ausräumen: Zugang zur Sozialversicherung regeln, Berufszugang erleichtern, rechtliche Rahmenbedingungen verbessern.
  3. Planungsleistungen der öffentlichen Hand transparent und ausgewogen vergeben.
  4. Kommunikation: Private BauherrInnen für die Zusammenarbeit mit ArchitektInnen gewinnen.
  5. Modelle zur Integration der nachfolgenden Generation von ArchitektInnen in den Bauprozess umsetzen.